Was ist PDCA?
Beim Plan-Do-Check-Act-Zyklus (PDCA) bzw. Demingkreis oder Demingrad handelt es sich um eine iterative Methode zur kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen gemäß den Prinzipien des Lean Management.
Das PDCA Modell wurde in den 1950er Jahren von William Deming als Lern- oder Verbesserungsprozess entwickelt, der auf der wissenschaftlichen Methode der Problemlösung basiert. Deming selbst nannte ihn den Shewhart Zyklus, da er sich zum Entwurf seines Modells auf eine Idee seines Mentors Walter Shewhart stützte.
Wie all seine Namen andeuten, ist der PDCA Zyklus vielmehr eine Schleife als ein linearer, finaler Prozess. Das allgemeine Ziel ist es, in einem kontinuierlichen Lern- und Wachstumsprozess auf Basis einer Verbesserung weitere Verbesserungen einzuleiten.
Wann sollten Sie auf den PDCA-Kreislauf zurückgreifen?
Das PDCA-Modell ist ein nützliches Hilfsmittel, das für vielerlei Zwecke eingesetzt werden kann:
- Auslotung und Erprobung mehrere Lösungen in einem kleinen kontrollierten Testlauf
- Ausschussvermeidung durch die Erfassung und Anpassung ineffektiver Lösungen, bevor diese in großem Umfang zum Einsatz kommen
- Durchsetzung von Veränderungen und kontinuierliche Verbesserung
- Umsetzung von Initiativen des Total Quality Management oder der Six Sigma Methode
- Prozessausbau bzw. -verbesserung
Der große Pluspunkt des PDCA-Zyklus ist, dass er in verschiedenen Branchen und Unternehmen eingesetzt werden kann.
Vor- und Nachteile von PDCA
Der PDCA-Zyklus birgt eine ganze Reihe von Vor- und Nachteilen. Beide Seiten müssen betrachtet werden, bevor Sie sich dazu entschließen, das Plan-Do-Check-Act-Modell in verschiedenen Projekten anzuwenden.
Pro
Vielseitig: PDCA kann in einer Vielzahl von Geschäftsumgebungen und für unterschiedliche Zwecke zum Einsatz kommen. Mögliche Anwendungen sind das Projektmanagement, das Änderungsmanagement, die Produktentwicklung und das Ressourcenmanagement.
Einfach und effizient: Das PDCA-Modell ist einfach und leicht zu verstehen. Gleichzeitig ist es ein wirkungsvoller Treiber für sinnvolle Veränderungen und Verbesserungen. Dabei minimiert es den Ausschuss und steigert die Effizienz.
Kontra
Schwierig umzusetzen: Zwar ist das Modell einfach, die Arbeit ist es aber nicht. Da beim PDCA Modell Prozessverbesserungen in kleinere Schritte unterteilt werden, kann das Verfahren langsam vonstattengehen, weswegen es wahrscheinlich nicht die optimale Lösung für dringende Projekte ist.
Erfordert Einsatz: Bei PDCA handelt es sich nicht um ein einmaliges Ereignis. Es geht um einen fortlaufenden kontinuierlichen Prozess, der den Einsatz und die Zustimmung der Führungsebene erforderlich macht. Ohne eine engagierte Führung kann der PDCA Zyklus langfristig nicht effektiv funktionieren.
Das PDCA-Modell
Überzeugt? Dann sehen wir uns nun die vier Phasen des PDCA-Zyklus im Detail an.
1. Planen (Plan)
In der Planungsphase geht es darum, herauszufinden, was Sie tun müssen, um ein Problem zu lösen oder auch einen Prozess zu ändern. Bei diesem Schritt identifizieren und analysieren Sie das Problem oder die Gelegenheit zur Veränderung, stellen Hypothesen über die zugrunde liegenden Probleme oder Ursachen auf und entscheiden sich dann für eine Hypothese, die Sie zuerst testen.
Denken Sie beim Planen über die folgenden Fragen nach:
- Wo liegt das Kernproblem, das wir angehen müssen?
- Ist dieses Problem das richtige, um daran zu arbeiten?
- Welche Informationen benötigen wir, um das Problem und seine Grundursache gänzlich zu verstehen?
- Ist es möglich, es zu lösen?
- Welche Ressourcen werden benötigt?
- Über welche Ressourcen verfügen wir?
- Was sind praktikable Lösungen?
- Wie können wir feststellen, dass wir erfolgreich waren?
- Wie lassen sich die Ergebnisse eines kleinen Tests auf eine vollständige Implementierung übertragen?
In dieser Phase kann ein Affinitätsdiagramm Ihnen und Ihrer Kollegschaft helfen, eine große Anzahl von Ideen in Gruppen zu unterteilen. Sobald Sie Ihr Vorgehen festgelegt haben, notieren Sie Ihre erwarteten Ergebnisse. Diese werden Sie dann in der Checkphase prüfen, indem sie Ihrer Hypothese und Ihren Erwartungen gegenübergestellt werden.