Arten von Interaktionsdiagrammen in UML
Interaktionsdiagramme werden in vier Hauptarten unterteilt:
- Kommunikationsdiagramm
- Sequenzdiagramm
- Zeitverlaufsdiagramm
- Interaktionsübersichtsdiagramm
Jeder Diagrammart liegt eine andere Betrachtungsweise des Verhaltens oder der Struktur eines Systems zugrunde. Im Folgenden werden die Grundlagen der einzelnen Diagramme näher behandelt und aufgezeigt, wie Sie davon profitieren können.
Kommunikationsdiagramm (oder Kollaborationsdiagramm)
In UML dienen Kommunikationsdiagramme dazu, die Beziehungen und Interaktionen zwischen unterschiedlichen Softwareobjekten abzubilden. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Struktur eines Interaktionsdiagramms, wobei eher die Objektarchitektur im Vordergrund steht als der Nachrichtenfluss.
Kommunikationsdiagramme bieten folgende Vorteile:
- Sie betonen, wie Lebenslinien miteinander verbunden sind.
- Sie heben die Elemente eines Systems hervor und weniger den Nachrichtenfluss.
- Sie lenken den Blick auf die Organisation, nicht auf die Zeit.
Zu potenziellen Nachteilen von Kommunikationsdiagrammen zählen die folgenden:
- Sie können sehr komplex werden.
- Sie sind weniger gut geeignet, um spezifische Objekte in einem System zu untersuchen.
- Sie können bei der Erstellung viel Zeit in Anspruch nehmen.
Sequenzdiagramm
Eine weitere Option, um Interaktionen darzustellen, sind Sequenzdiagramme. Diese Diagrammart findet bei den folgenden fünf wesentlichen Ereignissen Anwendung:
- Bestellung
- Zahlung
- Bestellbestätigung
- Vorbereitung der Bestellung
- Übergabe der Bestellung
Bei einer Änderung der Ereignisabfolge kann es zu Verzögerungen kommen oder das System stürzt eventuell ab. Es ist also wichtig, dass Sie die Notation verwenden, die zu der entsprechenden Sequenz in Ihrem Diagramm passt.
Sequenzdiagramme bieten die folgenden Vorteile:
- Sie sind leicht zu erhalten und zu erstellen.
- Sie können mühelos aktualisiert werden, sollten Änderungen in einem System anfallen.
- Sie erlauben sowohl ein Reverse als auch ein Forward Engineering.
Zu potenziellen Nachteilen von Sequenzdiagrammen zählen die folgenden:
- Sie können komplex werden; mit zu vielen Lebenslinien und uneinheitlicher Notation.
- Sie sind fehleranfällig bei der Erstellung und davon abhängig, ob die Sequenz korrekt eingegeben wurde.
Zeitverlaufsdiagramm
Eine weitere Diagrammoption sind Zeitdiagramme. Sie stellen den Zustand einer Lebenslinie zu einem beliebigen Zeitpunkt dar und beschreiben die Änderungen eines Objekts von einer Form zur anderen. Anhand von Wellenformen wird in Zeitdiagrammen der Fluss im Softwareprogramm zu verschiedenen Zeitpunkten abgebildet.
Zeitdiagramme bieten die folgenden Vorteile:
- Sie erlauben sowohl ein Forward als auch ein Reverse Engineering.
- Sie können den Zustand eines Objekts zu einem exakten Zeitpunkt darstellen.
- Sie können einzelne bzw. alle Änderungen in einem System nachverfolgen.
Die folgenden potenziellen Nachteile von Zeitdiagrammen sollten Sie aber ebenfalls beachten:
- Sie können sehr komplex und unübersichtlich sein.
- Sie können im Laufe der Zeit schwer zu erhalten sein.
Interaktionsübersichtsdiagramm
Interaktionsübersichtsdiagramme helfen dabei, Interaktionsmodelle übersichtlich darzustellen. Das Diagramm bildet dabei den Kontrollfluss von Interaktion zu Interaktion sowie den Aktivitätsfluss von Diagramm zu Diagramm übersichtlich ab.
Zeitdiagramme bieten die folgenden Vorteile:
- Sie zeigen eine unkomplizierte Sicht auf die Aktivität in einem Modell.
- Sie sorgen für viele Navigationsmöglichkeiten zwischen Diagrammen.
- Sie lassen sich mit den meisten Anmerkungen in einem Aktivitätsdiagramm verwenden, einschließlich zusätzlicher Elemente für zusätzliche Eindeutigkeit.
Obwohl Interaktionsdiagramme sehr intuitiv sind, müssen Verzweigungen und Interaktionen einem bestimmten Verhalten folgen. Das führt dazu, dass die Modellierung restriktiv sein kann.