Scrum, Kanban und Lean im Vergleich: Welche Methode ist am besten für Sie?
Arbeiten Sie cleverer, nicht härter. Hat Ihnen das schon einmal jemand gesagt? Haben Sie das schon einmal zu jemandem gesagt? Dafür gibt es tatsächlich Konzepte. Sie heißen Agile und Lean. Wenn Ihr Team falsch ausgerichtet ist, seine Ziele nicht erreicht oder starken Widerstand gegen Veränderungen spüren lässt, sollten Sie weiterlesen.
Agile und Lean Methoden begannen als branchenspezifische Frameworks. Heute werden sie in allen Branchen als Mittel eingesetzt, um intelligenter und nicht härter zu arbeiten.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Lean und Agile, die verschiedenen Arten von Agile Frameworks, und wie Projektmanager:innen und Projektverantwortliche Lean und Agile effektiv für das Projektmanagement einsetzen können.
Projektmanager / Projektmanagerin oder Projektverantwortliche
Beginnen wir mit einigen kurzen Definitionen dafür, was ein Projektmanager / Projektmanagerin und was ein Projektverwantwortliche:r ist.
Projektverantwortliche
Projektverantwortliche sind die Personen mit einer Vision dafür, wie das Projekt nach Abschluss aussehen soll und welche Probleme es lösen wird. Sie stellen sicher, dass das Projekt mit den Zielen und Schlüsselergebnissen (OKRs) des Unternehmens übereinstimmt, und stellen dann ein Team zur Durchführung des Projekts zusammen. Ein guter Projektverantwortlicher ist strategisch, begeisterungsfähig, flexibel und scharfsinnig.
Projektmanager und Projektmanagerin
Projektmanager und Projektmanagerinnen überwachen das Projekt in seiner Gesamtheit und ebnen den Weg für das Team, seine Meilensteile zu erreichen. Zu den weiteren Verantwortlichkeiten zählen die Planung, die Überwachung und die Kommunikation des Teamfortschritts an die Stakeholder und Stakeholderinnen.
Agiles Projektmanagement ist bestrebt, den größtmöglichen Wert zu möglichst geringen Kosten zu liefern. Oft wird das Projekt in überschaubare Schritte unterteilt und entsprechend priorisiert. Darüber hinaus sind agile Projektmanager und -managerinnen kollaborativ, anpassungsfähig und auf die Kundenzufriedenheit ausgerichtet.
Agile
Agile wurde im Jahr 2000 von 17 Entwicklern in der Softwareentwicklungsbranche ins Leben gerufen. Dabei steht die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen im Mittelpunkt. Statt einer großen Produkteinführung veröffentlichen die Teams Teile des Projekts schrittweise, sodass sie ihre Arbeit sorgfältig bewerten und schnell auf Änderungen reagieren können.
Obwohl es unterschiedliche Agile Methoden gibt, haben alle sehr einheitliche Werte.
Das Agile Manifest beschreibt vier zentrale Werte:
- Individuen und Interaktionen vor Prozessen und Werkzeugen
- Funktionierende Software vor umfassender Dokumentation
- Zusammenarbeit mit Kunden vor Vertragsverhandlungen
- Reaktion auf Veränderungen vor dem Befolgen eines Plans
Aus diesen Werten haben sich 12 tiefer gehende Prinzipien ergeben:
- Kunden werden durch eine frühzeitige und kontinuierliche Bereitstellung von effektiver Software zufriedengestellt.
- Heißen Sie sich ändernde Anforderungen willkommen, da sie einen Wettbewerbsvorteil für die Kundschaft bedeuten.
- Liefern Sie funktionierende Software häufig und in kürzeren Abschnitten.
- Entwickler und Entwicklerinnen und Stakeholder und Stakeholderinnen müssen während der gesamten Projektdauer zusammenarbeiten.
- Geben Sie den Projektbeteiligten Autonomie und Unterstützung.
- Validieren Sie die persönliche Kommunikation.
- Funktionsfähige Software als wichtigster Maßstab für den Fortschritt.
- Sponsoren und Sponsorinnen, Nutzende und Entwicklungsteams müssen ein konstantes Entwicklungstempo beibehalten.
- Verbesserte Agilität durch Aufmerksamkeit für technische Details und Design.
- Einfach ist besser.
- Sich selbst organisierende Teams erzeugen die besten Architekturen, Entwürfe und Anforderungen.
- Regelmäßig reflektieren, um das Verhalten anzupassen.
Scrum
Scrum ist eine Art Agile Framework, das Teamarbeit fördert. Dabei steht im Mittelpunkt, die Bedürfnisse der Kund:innen zu erfüllen, indem es gute Kommunikation, Verantwortung und kontinuierlichen Fortschritt praktiziert. Scrum ist in feste Sprints von jeweils zwei Wochen unterteilt. Innerhalb dieser Sprints werden verschiedene Meetings abgehalten, um alle auf dem Laufenden zu halten. Betrachten wir die einzelnen Meetingtypen genauer.
- Sprintplanung: Elemente im Backlog werden bei der Planung des anstehenden Sprints Teammitgliedern zugewiesen.
- Täglicher Scrum: Die Teams treffen sich täglich, um mitzuteilen, an welchen Aufgaben sie gerade arbeiten, welche Aufgaben sie erledigt haben und ob es an dem Tag Hindernisse gibt, bei denen sie möglicherweise Hilfe benötigen.
- Sprintüberprüfung: Das Team und die Beteiligten bewerten das Sprintziel und demonstrieren die Funktionen des Produkts.
- Sprintretrospektive: Das Team erörtert, was gut gelaufen ist und was in Zukunft verbessert werden könnte.
Innerhalb eines Scrumteams gibt es drei verschiedene Rollen. Zunächst einmal besteht die Hauptfunktion des Scrum Masters darin, Meetings zu moderieren und sicherzustellen, dass das Team mit Agile Prinzipien arbeitet. Er/sie beseitigt Hindernisse, spricht Konflikte an und vermittelt zwischen dem Team und externen Stakeholder und Stakholederinnen. Zweitens muss der/die Produktverantwortliche den Backlog verwalten, die Artikel innerhalb des Produkt-Backlogs neu anordnen und die Entwickler und Entwicklerinnen bei der Beantwortung von Kundenfragen unterstützen. Drittens sind die Entwickler und Entwicklerinnen Mitglieder des Teams, die über spezielle Fähigkeiten verfügen, um die Arbeit zu Ende zu bringen und ihren Kunden und Kundinnen einen Mehrwert zu bieten.
Mit Scrum, und einhergehenden Scrum-Board, werden Aufgaben sichtbar, Rollen definiert und alle auf dem Laufenden gehalten.