Sind Sie ein effektiver Brainstormer? Fühlt sich Brainstorming für Sie wie eine Chance an, oder eher wie eine lästige Pflicht? Wenn Ihnen das Brainstorming nicht gefällt, dann benutzen Sie wahrscheinlich die falsche Methode.
Es gibt nämlich verschiedene Herangehensweisen an das Brainstorming.
Genauso wie es verschiedene Lernstile und unterschiedliche Arbeitsweisen gibt, hat jeder von uns eine Brainstorming Methode, die für ihn/sie am besten funktioniert. Ganz gleich, ob Sie ein erfahrener Brainstormer sind oder nicht – dieser Artikel wird Ihnen helfen, verschiedene Brainstorming Tools zu entschlüsseln, die Vor- und Nachteile jedes einzelnen zu erschließen und eine Technik für sich und Ihr Team auszusuchen.
12 beliebte Brainstorming Methoden
Bei jeder Brainstorming Methode ist es am wichtigsten, sich an die Regel Quantität vor Qualität zu halten. Am besten wird Brainstorming gefördert, indem man alle Ideen annimmt – egal, wie unrealistisch oder irrelevant sie auch sein mögen. Ziel ist es, ausreichend viele Ideen zu sammeln, aus denen man dann die besten auswählen kann, bzw. diese zur optimalen Lösung kombinieren kann.
Brainwriting
Beim Brainwriting wird jedes Gruppenmitglied aufgefordert, anonym mehrere Ideen auf Post its oder Karteikarten zu notieren. Ideen anonym zu halten, dient zwei wichtigen Zwecken: Erstens verhindert es die Verankerung von Ideen und mögliche persönliche Vorurteile. Zweitens können auch eher introvertierte Teamkollegen einen Beitrag zur Ideenfindung leisten.
Das Ergebnis ist eine breitere Palette von Ideen, die bei einem gemeinsamen Brainstorming möglicherweise nicht aufgetaucht wären. Die Ideen werden dann nach dem Zufallsprinzip an den Rest der Gruppe weitergegeben, die Feedback gibt und jede Idee ggf. kritisiert. Alternativ können Ideen auch von Teamleitenden oder einem Managementteam gesammelt und sortiert werden. Das übergeordnete Ziel des Brainwritings ist es, die Ideenfindung von der Diskussion zu trennen.
5 Why Methode
Wenn Sie schon einmal von einem Kleinkind ausgefragt wurden, wissen Sie, wie die 5 Warums aussehen könnten. Sie geben eine Antwort auf eine Frage, nur um darauf ein immer dringenderes „Warum? Warum? Warum? Warum? Warum?“ zurückzuerhalten.
Und ehrlich gesagt, Kleinkinder haben hier gar nicht so Unrecht. Die von Taiichi Ohno entwickelte 5-Warum-Analyse wurde bei Toyota als Standardverfahren für die Ursachenanalyse beliebt gemacht – um damit einem Problem auf den Grund zu gehen.
Die 5 Warums sind weniger strukturiert als andere, herkömmlichere Problemlösungsmethoden. Und es ist genau das, wonach es klingt: Man fragt immer wieder nach dem Warum, um den Ursachen eines Hindernisses oder Rückschlags auf den Grund zu gehen. Diese Technik fördert einen offenen Dialog, aus dem oft neue Ideen zu einem Problem hervorgehen, egal ob einzeln oder in der Gruppe. Jedes Warum knüpft an die Antwort auf das vorherige Warum an.
Ihre Antworten auf die 5 Warums lassen sich sowohl mit einem Flussdiagramm als auch einem Ishikawa Diagramm nachverfolgen.
Starbursting
Wie Reporter:innen versuchen, die entscheidenden Fakten für eine Story herauszufinden, muss man bei der Starbursting-Methode für das Brainstorming sowohl das Wer als auch das Was, Wo, Wann, Warum und Wie für jede neue Idee durchdenken.
Platzieren Sie Ihre Hauptidee in der Mitte eines Sterndiagramms und kennzeichnen Sie jeden Punkt des Sterns mit diesen fünf W-Fragen.
Entwickeln Sie dann für jeden Punkt eine Reihe von Fragen zu Ihrer Idee. Das Starbursting ist unter den Brainstorming Methoden wegen seines explorativen Charakters sehr beliebt: Jede Frage löst eine andere Frage aus, und ehe man sichs versieht, hat man aus den Antworten auf diese Fragen die Grundlage einer soliden Strategie entwickelt.
Mindmaps
Die Herausforderung beim Brainstorming besteht teilweise darin, jede Idee aufzufangen, die durch die Luft wirbelt. Mindmaps sind kreative, nicht-lineare Diagramme, die dazu dienen, den Ideenstrom festzuhalten, damit nichts verloren geht. Beginnen Sie mit einem Thema oder einer Frage in der Mitte der Mindmap und lassen Sie dann jeweils Verzweigungen davon abgehen, um die Gedanken von Teilnehmenden einzubeziehen. Nutzen Sie dann Collaborative AI, um in Sekundenschnelle mehr zu generieren – für erweiterte Ideen und einen erweiterten Horizont.
Um Ihre eigene Mindmap online zu erstellen, öffnen Sie die Vorlage unten oder durchsuchen Sie unsere Galerie mit zusätzlichen Mindmap Vorlagen.
Rolestorming/Figure Storming
Manchmal ist es am besten, den Standpunkt einer anderen Person einzunehmen. Die Überlegung, wie jemand anderes ein Problem angehen könnte, ist das zentrale Konzept hinter dem Rolestorming. Bei einer ähnlichen Praxis, dem Figure Storming, müssen Sie sich in die Lage einer berühmten historischen Figur zu versetzen.
Zum Beispiel könnten sich Kolleg:innen in einer Anwaltskanzlei fragen: „Wie würde Mahatma Gandhi dieses Problem lösen?“ Rolestorming hat sogar seinen Weg in die Popkultur gefunden: Wenn Sie schon einmal ein WWJD-Gummiarmband („What Would Jesus Do“, zu Dt. „Was würde Jesus tun?“) gesehen hat, kennt Rolestorming bereits. Rolestorming oder Figure Storming funktioniert am besten für Teams, die oft feststellen, dass sie dieselben Ideen für wiederkehrende Projekte verwenden.
Gap filling
Beim Gap filling (zu Dt. Lückenfüllen), auch bekannt als Gap Analyse, müssen Sie Ihren Ist-Zustand und Ihr Endziel ermitteln und dann die Lücken zwischen den beiden Zuständen finden. Hierbei kommt die Frage auf: „Wie kommen wir von hier nach dort?“ Die Gap Analyse ist bei der Lösung von Problemen besonders nützlich, da sie praktikable Lösungen erfordert.
Flussdiagramme oder Mindmaps können Ihnen helfen, Ihre Gap Analyse übersichtlich darzustellen. Markieren Sie an einem Ende den Istzustand und am anderen den Idealzustand. Dadurch werden Teilnehmende verstehen, worauf sie hinarbeiten, und in der Mitte Ideen einbringen, um die Lücke zu schließen.
Brain Netting
Brain Netting hat sich zu einer beliebten Brainstorming Technik in der modernen Arbeitswelt entwickelt, wo virtuelle Zusammenarbeit und Remote Teams weit verbreitet sind. E-Mail-Kommunikation kann effektiv, aber auch zeitaufwändig und unnötig formell sein.
Beim Brain-Netting nutzen Teilnehmende virtuelle Software zur Zusammenarbeit, um Ideen in Echtzeit auszutauschen. Sie können diese dann auf einer cloudbasierten Speicherplattform oder in der Zusammenarbeitssoftware selbst speichern. Teams können die virtuelle Zusammenarbeit auf unterschiedliche Art angehen – so können Teamleiter und Teamleiterinnen z. B. eine allgemeine Frage stellen, etwa „Was möchten wir, dass unsere Kunden erleben?“ Das Team bringen dann ihre Antworten ein. Oder Teams können andere in diesem Artikel erwähnte Techniken verwenden, einschließlich Rolestorming, umgekehrtes Brainstorming und schnelle Ideenfindung.
Brainstorming in der Runde
Für diese Brainstorming Technik setzen sich alle zunächst in einen Kreis. Ein Teamleiter oder eine Teamleiterin oder eine moderierende Person stellt dann eine Frage oder bittet um Ideen und lässt alle im Kreis der Reihe nach reden.
Diese Strategie eignet sich hervorragend für mittelgroße bis große Teams mit ruhigeren Teammitgliedern und für jedes Team, in dem ein Ungleichgewicht der kreativen Beiträge zu beobachten ist. Die wichtigste Regel bei dieser Technik ist, alle Ideen gleichwertig zu behandeln – jedem Teammitglied die gleiche Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, während es sich mitteilt, und keine Ideen zu entwickeln, bevor nicht alle zur Sprache gekommen sind. Wenn und falls ein Teammitglied sagt, dass „Person X meine Idee bereits geäußert hat“, bieten Sie ihm Zeit, eine neue Idee zu entwickeln, während die Runde weitergeht.
Schnelle Ideenfindung
Indem man sich zeitlich begrenzt, macht man oft bessere Arbeit. Tatsächlich lehrt uns Parkinsons Gesetz, dass sich „die Arbeit ausdehnt, um die Zeit zu füllen, die für ihre Fertigstellung zur Verfügung steht“. Die schnelle Ideenfindung macht sich dieses Phänomen zunutze: Indem sie den Teammitgliedern ein Zeitlimit setzen, innerhalb dessen sie so viele Ideen oder Lösungen wie möglich beitragen, können die Teammanager und Teammanagerinnen Produktivität und Ergebnisse maximieren.
Schnelle Ideenfindung eignet sich für verschiedene Arten von Mitarbeitenden – für Teams, die Besprechungen nicht mögen oder sich leicht ablenken lassen, ist es eine gute Möglichkeit, die Brainstorming Phase der Projektumsetzung anzugehen.
Ein praktischer Tipp, den Sie sich merken sollten: Albern Sie herum!Untersuchungen haben gezeigt, dass Teams, die lustige oder peinliche Geschichten über sich selbst erzählen, 26 % mehr Ideen in 15 % mehr Kategorien austauschen als Teams, die ihre Sitzungen eher formell halten. Indem man Raum schafft, um bestimmte soziale Barrieren abzubauen, wird weniger überdacht, wodurch wiederum mehr Ideen entstehen.







