Schon vor der Pandemie war es ein schwieriges Unterfangen, einen Raum voller Menschen aktiv in eine Diskussion einzubinden: Fast 80 % der Unternehmen stellen fest, dass ein oder zwei Personen den Großteil der Diskussion in Meetings führen.
Virtuelle Meetings haben zwar dazu beigetragen, hybride und standortunabhängige Teams zusammenzubringen, können aber die Echtzeit-Feedbackschleifen, die auf Körpersprache basieren und die die persönliche Zusammenarbeit bietet, immer noch nicht vollständig ersetzen. Viele Führungskräfte sind nach wie vor besorgt darüber, wie viele Nebenaufgaben hinter den Kulissen von Meetings erledigt werden und welchen Einfluss das auf die Leistung hat.
Ohne diese persönlichen Anhaltspunkte, die auf die Beteiligung hinweisen, fällt es den Führungskräften schwer, genau zu beurteilen, wie aktiv ihr Team während des Meetings ist – und wie sich dies auf die Zusammenarbeit innerhalb des gesamten Teams auswirkt.
Ein Mangel an Mitwirkung und Abstimmung während der Meetings kann zu langfristigen Problemen führen:
- Wenn sich ein oder mehrere Teammitglieder regelmäßig aus Ihren virtuellen Meetings ausklinken, kann das die Moral des Teams beeinträchtigen und Misstrauen schüren. Andere Teammitglieder haben dann das Gefühl, dass sie sich bei gemeinsamen Besprechungen übermäßig anstrengen müssen, um einen Beitrag zu leisten.
- Teammitglieder, die es vorziehen, auf unkonventionelle oder weniger ausdrucksstarke Weise zusammenzuarbeiten, können als schlechte Teamplayer missverstanden und dann ganz von Kooperationsmöglichkeiten ausgeschlossen werden.
- Unternehmen entgehen Meinungen und strategische Erkenntnisse von Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, wenn diese sich nicht in Meetings einbringen. Dadurch entstehen blinde Flecken, die das Unternehmen anfällig für die Konkurrenz machen.
- Es kostet unnötig viel Zeit , wenn Führungskräfte oder Moderierende Zeit damit verbringen müssen, Informationen oder Zusammenhänge zu wiederholen.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Ablenkung durch virtuelle oder hybride Meetings Ihr Team davon abhält, sein kreatives oder strategisches Potenzial auszuschöpfen, sollten Sie einige dieser Techniken anwenden, um den Zusammenhalt Ihres Teams zu fördern.
Bringen Sie Ihr gesamtes Team dazu, sich stärker einzubringen und sich an der Entscheidungsfindung zu beteiligen
Viele Führungskräfte glauben, dass sie ihrem Team einen Gefallen tun, wenn sie es nicht in bestimmte strategische Entscheidungen auf höherer Ebene einbeziehen, die sich auf das Team auswirken, und sie einfach selbst treffen. Dies geschieht oft in guter Absicht oder zugunsten der „Effizienz“, da sie ihren Teammitgliedern eine zusätzliche mentale Belastung neben ihrer täglichen Arbeit ersparen wollen.
Die Nichtbeteiligung von Teammitgliedern an Entscheidungen kann aber auch den gegenteiligen Effekt haben: Es kann dazu führen, dass das Team das Gefühl hat, dass seine Gedanken und Insights in den Meetings nicht geschätzt werden. Das führt wiederum zu noch weniger Austausch und ehrlicher Ideenfindung.
Oder die Teammitglieder könnten stattdessen auf das zurückgreifen, was Bryan Stallings, Chief Evangelist bei Lucid, als „Dissens am Schreibtisch“ bezeichnet: Sie drücken ihre Unzufriedenheit und ihren Unmut über Entscheidungen in Form von Klatsch und Tratsch mit anderen aus dem Team aus. Einmal in Gang gesetzt, kann es leicht passieren, dass sich diese Beschwerden und Frustrationen von einer Aktivität nach dem Meeting zu einer Aktivität während des Meetings entwickeln, die den Fokus und die Einheit des Teams völlig zunichte macht.