Leitfaden zur Prozessmodellierung

9 min

Dieser umfassende Leitfaden zur Prozessabbildung bietet Ihnen alles Wissenswerte über Prozessmodelle, zum Beispiel Definitionen, Vorteile, Anwendungsfälle, Symbole, Vorlagen, Best Practices und Anleitungen zum Erstellen professioneller Prozesslandkarten mit Lucidchart.

Was ist ein Prozessmodell?

Ein Prozessmodell ist ein Planungs- und Management-Tool, mit dem sich Arbeitsabläufe visuell darstellen lassen und das eine Abfolge von Ereignissen zeigt, die in einem Endergebnis resultieren. Ein Prozessmodell wird auch als Flussdiagramm, Prozess-Flussdiagramm, Prozessdiagramm, funktionales Prozessdiagramm, funktionales Flussdiagramm, Arbeitsablaufdiagramm, geschäftliches Flussdiagramm oder Prozess-Flussmodell bezeichnet. Es zeigt, wer und was an einem Prozess beteiligt ist, und kann in allen Unternehmen oder Organisationen eingesetzt werden und Bereiche aufzeigen, in denen ein Prozess verbessert werden sollte.

Die Grundlagen von Lucidchart in 3 Minuten erklärt

  • Erstellen Sie Ihr erstes Diagramm aus einer Vorlage, auf einer leeren Arbeitsfläche oder importieren Sie ein Dokument.
  • Fügen Sie Text, Formen und Linien hinzu, um Ihr Diagramm anzupassen.
  • Erfahren Sie, wie Sie den Stil und die Formatierung anpassen.
  • Mit der Funktionssuche finden Sie alles, was Sie brauchen.
  • Geben Sie Ihr Diagramm für Ihr Team frei, um mit der Zusammenarbeit zu beginnen.

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Symbole in Prozessmodellen

Viele dieser Prozessdarstellungssymbole eignen sich nur für sehr spezifische technische Sachverhalte, bei denen alle Beteiligten die verwendeten Symbole verstehen. Für reguläre Prozessdarstellungen sind einfache Flussdiagrammformen wie Prozess- und Betriebssymbole die beste Wahl. Außerdem sollten Sie eine Symbollegende hinzufügen und beim Erstellen eines Flussdiagramms auf bewährte Methoden setzen.

Prozess- und Betriebssymbole

 

SymbolNameBeschreibung
Prozesssymbol Prozess

Die am häufigsten verwendete Flussdiagramm-Form zeigt eine Aktion, Aufgabe oder einen Vorgang, die/der ausgeführt werden muss.

Subroutinensymbol Subroutine

Zeigt eine Reihe von Aktionen mit Bezug zu einer Aufgabe, die selbst Teil eines größeren Prozesses ist. Es könnte auch bedeuten, dass es bereits ein Flussdiagramm für den größeren Prozess gibt, das als Referenz genutzt werden kann.

Alternativprozess-Symbol AlternativprozessEine Alternative zum regulären Prozessschritt. Linien, die eine Verbindung zum Alternativprozess-Symbol herstellen, sind üblicherweise gestrichelt.
Verzögerungssymbol VerzögerungStellt eine Wartezeit oder Verzögerung im Prozess dar.
Vorbereitungssymbol VorbereitungEin Vorbereitungsschritt, der einen weiteren Schritt im Prozess ermöglicht.
Symbol für manuelle Schleife Manuelle SchleifeEine Abfolge von Anweisungen, die so lange wiederholt wird, bis sie manuell gestoppt wird.
Schleifengrenze-Symbol SchleifengrenzeDer Punkt, an dem eine Schleife aufhört.



Verzweigungs- und Flusskontrollsymbole

 

SymbolNameBeschreibung
Pfeilsymbol PfeilDie Pfeile zeigen die Richtung an, in der das Flussdiagramm gelesen werden sollte (für gewöhnlich von oben nach unten und/oder von links nach rechts).
Terminatorsymbol TerminatorStellt die Start- und Endpunkte Ihres Flussdiagramms dar. Für gewöhnlich hat ein Flussdiagramm nur einen Startpunkt, kann aber mehrere Endpunkte haben.
Entscheidungssymbol EntscheidungDer Punkt, an dem eine Entscheidung getroffen werden muss. Die Pfeile, die von der Entscheidungsform ausgehen, werden üblicherweise mit „Ja“, „Nein“, „Wahr“ oder „Falsch“ beschriftet.
Konnektorsymbol

 

KonnektorUm die Verbindung mit einer anderen Seite oder einem anderen Abschnitt des Diagramms herzustellen, zu der/dem Sie keine Linie ziehen können, bietet sich ein Kreis mit einem Buchstaben an. Ein weiterer Kreis mit demselben Buchstaben kommt dann an die Stelle, an welcher der Fluss fortgesetzt wird.
Off-Page-Konnektor Off-Page-Konnektor

Zeigt an, dass der Prozess außerhalb der Seite fortgesetzt wird. Ein Buchstabe bzw. eine Seitenzahl zeigt an, wo Sie die Fortsetzung finden.

Zusammenführungs-Symbol Zusammenf.Ein Schritt, bei dem zwei oder mehr Teilprozesse zusammengeführt und vereint werden.
Trennen-Symbol ExtrahierenZeigt an, wenn sich ein Prozess in verschiedene, parallel verlaufende Richtungen aufteilt.
Oder-Symbol oderZeigt an, wenn sich ein Prozess aufspaltet (üblicherweise in mehr als zwei Verzweigungen).
Summier- oder Verbindungssymbol Summierpunkt oder VerbindungWenn mehrere Teilprozesse zu einem Prozess vereint werden.



Eingabe- und Ausgabesymbole

 

SymbolNameBeschreibung
Eingabe/Ausgabe- oder Datensymbol Eingabe/Ausgabe oder DatenStellt Materialien oder Informationen dar, die in den Prozess gelangen oder diesen verlassen. Der Empfang eines Berichts ist eine Eingabe. Das Erzeugen eines Berichts ist eine Ausgabe.
Dokumentsymbol DokumentZeigt einen Prozessschritt an, der ein Dokument oder einen Bericht erzeugt.
Mehrfache Dokumente-Symbol Mehrfache DokumenteEin Prozessschritt, der mehrere Dokumente oder Berichte erzeugt.
Anzeigesymbol AnzeigeEin Schritt, der einer Person Informationen anzeigt.
Manuelle Eingabe-Symbol Manuelle EingabeStellt einen Schritt dar, bei dem ein Benutzer Informationen manuell eingeben muss.

 



Datei- und Informationsspeicherungssymbole

 

SymbolNameBeschreibung
Gespeicherte Daten-Symbol Gespeicherte DatenStellt einen Prozessschritt dar, bei dem Daten gespeichert werden.
DatenbankEine Informationsliste mit standardisierter Struktur, die durchsucht und sortiert werden kann.
Direktzugriffsspeicher-Symbol DirektzugriffsspeicherStellt ein Festplattenlaufwerk dar.
Symbol für internen Speicher Interner SpeicherWird bei der Programmierung verwendet, um im Speicher statt in einer Datei gespeicherte Informationen darzustellen.



Datenverarbeitungssymbole

SymbolNameBeschreibung
Bündeln-Symbol BündelnStellt einen Prozess dar, der Daten oder Materialien zu einem Standardformat bündelt.
Sortieren-Symbol SortierenKennzeichnet das Sortieren von Daten, Informationen und Materialien in einer vordefinierten Reihenfolge.

Prozessmodellarten

Prozessmodelle dienen dazu, Ihren Prozess für andere darzustellen. Mit Prozessmodellen können Sie Ihren Prozess besser erklären. Zu den gängigsten Prozessmodellen gehören:

  • Aktivitätsprozessmodelle – sie stellen wertschöpfende und nicht-wertschöpfende Aktivitäten in einem Prozess dar.
  • Detaillierte Prozessmodelle – sie liefern einen detaillierteren Einblick in jeden Schritt des Prozesses.
  • Dokumentenmodelle – Dokumente sind die Ein- und Ausgänge in einem Prozess.
  • Prozesslandkarte – Darstellungen eines Prozesses, der Interaktionen zwischen Lieferanten, Input, Prozess, Output und Kunden umfasst. Auch als SIPOC-Diagramm bezeichnet. 
  • Gerenderte Prozessmodelle – sie zeigen den aktuellen und/oder zukünftigen Status von Prozessen, um Bereiche mit Verbesserungspotenzial aufzudecken. 
  • Swimlane-Modelle (oder funktionsübergreifende Diagramme) – trennen die Verantwortlichkeiten für Teilprozesse im Prozess zwischen Teammitgliedern oder Abteilungen auf. 
  • Wertschöpfungskettendiagramme – nicht miteinander verbundene Kästen, die eine sehr vereinfachte Version eines Prozesses zur schnellen Erläuterung darstellen
  • Wertstromanalysen – eine Methode aus dem LEAN-Management, mit der sich Prozesse analysieren und verbessern lassen, die benötigt werden, um ein Produkt herzustellen oder einem Kunden einen Service anzubieten.
  • Arbeitsablaufdiagramme – stellen Arbeitsprozesse im „Fluss“-Format dar und verwenden keine UML-Symbole (Unified Modeling Language).

Der Zweck von Prozessmodellen

Prozessmodelle helfen Organisationen und Unternehmen dabei, ihre geschäftlichen Abläufe effizienter zu gestalten. Sie liefern Einblick in einen Prozess, helfen Teams dabei, Ideen für die Optimierung von Prozessen zusammenzutragen, fördern die Kommunikation und ermöglichen die Prozessdokumentation. Durch Prozessmodelle werden Engpässe, unnötige Wiederholungen und Verzögerungen erkannt. Sie helfen dabei, Prozessgrenzen festzulegen, die Verantwortlichkeiten in einem Prozess festzulegen und Kennzahlen sowie die Effektivität von Prozessen zu ermitteln. 

  • Um einen detaillierten Einblick in einen Prozess zu geben
  • Zur Analyse, um Verbesserungspotenzial in einem Prozess aufzudecken
  • Um anderen zu erklären, wie ein Prozess abläuft
  • Um die Kommunikation zwischen Personen zu verbessern, die an einem Prozess beteiligt sind
  • Um Prozesse zu dokumentieren
  • Um Projekte zu planen

Vorteile der Prozessmodellierung

Mit Prozessmodellen können Sie Ressourcenverschwendungen erkennen, Arbeitsabläufe straffen und Einblick in geschäftliche Prozesse erhalten. Außerdem lassen sich mit Prozessmodellen die wichtigsten Details visuell erklären, ohne dass Sie lange und umfangreiche Texte verfassen müssen.

  • Das Projektdesign unterstützen und beschleunigen
  • Eine effektive Möglichkeit bieten, um Ideen, Informationen und Daten visuell zu erläutern
  • Bei der Problemlösung und Entscheidungsfindung helfen
  • Probleme und mögliche Lösungen aufdecken
  • Schnell und effizient erstellt werden können
  • Die einzelnen Schritte eines Prozesses aufschlüsseln und einfache Symbole verwenden
  • Detaillierte Verbindungen und Abfolgen zeigen
  • Einen gesamten Prozess von Anfang bis Ende darstellen

Mithilfe von Prozessmodellen können Sie sehen, welche Elemente in einem Prozess wirklich wichtig sind. So lassen sich nützliche Daten für die Problemlösung finden. Außerdem können Sie mit Prozessmodellen strategisch wichtige Fragen stellen, die Ihnen bei der Optimierung eines jeden Prozesses helfen.

Tutorial zur Prozessmodellierung

Tutorial zur Prozessmodellierung in Lucidchart

So erstellt man eine Prozessabbildung

  • Schritt 1: Identifizieren Sie das Problem:
    • ​ Welchen Prozess möchten Sie visuell darstellen? Geben Sie dessen Bezeichnung oben im Dokument an.
  • Schritt 2: Bestimmen Sie sämtliche Vorgänge innerhalb des Prozesses:
    • Es ist eine gute Idee, sich die einzelnen Schritte des Prozesses zu merken, obwohl Sie sich zunächst keine Gedanken über die Reihenfolge machen müssen. Überlegen Sie, wie viel Detail Sie benötigen. Legen Sie fest, wer wann welche Aufgaben erledigt.
  • Schritt 3: Setzen Sie Grenzen:
    • ​Wo oder wann beginnt der Prozess?
    • Wo oder wann endet der Prozess?
  • Schritt 4: Bestimmen und sequenzieren Sie die Schritte:
    • ​Es ist eine gute Idee, die Beschreibung mit einem Verb zu beginnen. Sie können entweder den allgemeinen Ablauf, jede Handlung im Detail oder jede einzelne Entscheidung darstellen.
  • Schritt 5: Zeichnen Sie grundlegende Flussdiagramm-Symbole ein:
    • Jedes Element innerhalb eines Prozessmodells wird durch ein spezifisches Flussdiagrammsymbol dargestellt. Die Gesamtheit dieser Symbole ergibt die Prozessdarstellungssymbole:  
      • Ovale stehen für den Start- oder Endpunkt eines Prozesses
      • Rechtecke repräsentieren einen erforderlichen Vorgang bzw. eine erforderliche Aktivität
      • Pfeile geben die Flussrichtung an.
      • Diamantformen stehen für einen Punkt, an dem eine Entscheidung getroffen werden muss. Pfeile, die in Verbindung mit einer Diamantform stehen, weisen in der Regel die Beschriftung „Ja“ oder „Nein“ auf. Von Aktivitätsfeldern kann immer nur ein Pfeil ausgehen. Falls Sie mehr als einen Pfeil benötigen, sollten Sie stattdessen einen Entscheidungsdiamanten verwenden.
      • Parallelogramme stehen für Inputs oder Outputs
  • Schritt 6: Schließen Sie das Prozessflussdiagramm ab
    • Gehen Sie das Flussdiagramm mit anderen Interessenvertretern (Teammitgliedern, Mitarbeitern, Vorgesetzten, Lieferanten, Kunden usw.) durch, um sicherzustellen, dass alle damit einverstanden sind.
    • Vergewissern Sie sich, dass Ihr Diagramm über wichtige Informationen wie Titel und Datum verfügt, die später als Referenzpunkt dienen können.
    • Nützliche Fragen, die Sie stellen können:
      • Wird der Prozess ordnungsgemäß durchgeführt?
      • Wird der dokumentierte Prozess in Zukunft von Teammitgliedern befolgt?
      • Stimmen alle dem Aufbau und Fluss des Prozessmodells zu?
      • Wurden irgendwelche überflüssigen Schritte oder Aspekte dokumentiert?
      • Fehlen irgendwelche Schritte?

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Die Untersuchung des Ist-Zustands hilft Unternehmen, Prozesse zu dokumentieren, zu verfolgen und zu optimieren, um eine bessere Leistung, größere Effizienz und bessere Ergebnisse zu erzielen.

Häufig gestellte Fragen zur Prozessabbildung

Eine Prozesslandkarte ist ein Planungs- und Management-Tool, das Arbeitsabläufe visuell darstellt und eine Reihe von Ereignissen zeigt, die zu einem Endergebnis führen. Es wird auch Flussdiagramm, Prozessflussdiagramm, Workflow-Diagramm oder Geschäftsablaufdiagramm genannt.

Ovale zeigen den Beginn oder das Ende eines Prozesses, Rechtecke zeigen einen Vorgang oder eine Aktivität, Pfeile stellen die Flussrichtung dar, Rauten zeigen Entscheidungspunkte und Parallelogramme zeigen Inputs oder Outputs.

Identifizieren Sie das Problem, sammeln Sie Ideen zu allen beteiligten Aktivitäten, legen Sie die Grenzen (Start- und Endpunkte) fest, bestimmen und ordnen Sie die Schritte, zeichnen Sie grundlegende Flussdiagramm-Symbole und finalisieren Sie das Flussdiagramm durch eine Abstimmung mit den Beteiligten.

Die Prozessabbildung erhöht das Verständnis eines Prozesses, hilft, Engpässe und Ineffizienzen zu identifizieren, verbessert die Kommunikation zwischen Teammitgliedern, bietet Prozessdokumentation und ermöglicht es, wichtige Details visuell zu kommunizieren, anstatt ausführliche Anweisungen zu schreiben.

Ein Swimlane-Modell (oder funktionsübergreifendes Modell) trennt die Teilprozessverantwortlichkeiten innerhalb eines Prozesses, zwischen Teammitgliedern oder Abteilungen, auf und macht so deutlich, wer für jeden Schritt verantwortlich ist.

Eine Prozesslandkarte stellt einen Prozess dar, der Interaktionen zwischen Lieferant, Input, Prozess, Output und Kunde umfasst (auch SIPOC-Diagramm genannt), während eine detaillierte Prozesslandkarte einen detaillierteren Überblick über jeden Schritt des Prozesses bietet.

Ja, mit der Importfunktion von Lucidchart können Sie Daten aus Tabellen und Textdateien direkt in Ihr Diagramm einfügen. So müssen Sie Ihre Daten nicht manuell eingeben.

Eine Wertstromanalyse ist eine Methode aus dem LEAN-Management, mit der sich Prozesse analysieren und verbessern lassen, die benötigt werden, um ein Produkt herzustellen oder einem Kunden einen Service anzubieten.

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